letzter Gedanke zu Frigga Haugs Vortrag über die Teilzeit

Der letzte Gedanke wir sollten die Menschen zu sich selber führen, den sie als Schlusspointe erwähnt finde ich sehr interessant. Vorher erwähnt sie, dass man die Menschen zum nachdenken bringen soll indem man ihnen Informationen darbietet, die sie selber in die Position eines Chefs bringen könnten, wie Marx es bereits beschrieben hätte. Also nicht informieren allein genügt. Man soll sie abwägen lassen, indem man sie mit den Vor- und Nachteilen einer Sache, Innovation etc. bekannt macht. Das Vorschreiben allein hätte keinen Sinn. Man kann die Menschen nicht einfach so auf eine höhere Bewusstseinsebene bringen indem man ihnen sagt, was sie denken sollen. Mir bekannt im Taoismus da wird die Sache selbst nie so genau beschrieben sondern immer nur angedeutet und umschrieben, der Gedanke selbst wird als grosse Unbekannte nur gedacht, wobei das ja auch manipulativ ist. Oder bekannter: die Sache in ihren Auswirkungen beschreiben aber nie direkt beschreiben, die indirekte Rede soviel ich weiss sagt das ja auch der Philosoph Soren Kirkegaard, erinnere ich mich gerade. Immer an der Sache vorbeireden so dass die Sache selbst erkannt werden kann. Das hat was pädagogisches. Jedenfalls leuchtet es mir ein, dass die indirekte Rede daher auch wesentlich effektiver ist als dieses autoritäre Ich, das uns vorgeben soll usw., was wie sein soll. Mir bekannter unter: An der Sache vorbeireden und die Sache nie selber benennen, sie umschreiben und vage andeuten? Oder einfach nur den Befragten in seine Widersprüche verwickeln? Das wiederum wäre dann die Hebammenmethode des Sokrates die Maieutik. Der soll das so gemacht haben, der wollte also auch nur dass die Menschen einen Bewusstseinsweg durchlaufen können. Irgendwie wunderte ich mich, dass also Marx die nötige Arbeitszeit um das Leben zu erhalten auf zwei Stunden reduziert gesehen hat. Während die Frigga Haug meint es gäbe da keine sicheren Angaben darüber wie lange eine sinnvolle lebenserhaltende Massnahme andauern würde um das Leben zu erhalten. Sie sagt bei der Kinderbetreuung kann man ja auch nicht sagen nach zwei Stunden ist Schluss und so.

Ich schreibe die Gedanken nieder, denn ihr Vortrag ist einfach genial und es wäre respektlos, wenn man ihre Gedanken nicht weiter spinnt, die sie da aufwirft. Der emanzipatorische Aspekt andere in die Informationsbreite eines Chefs ein zu laden finde ich genial. Denn sie sagt ja auch, dass jeder dazu beitragen sollte das Leben zu erhalten egal in welcher Position er/sie sich befindet. Keiner kann sagen er hätte keine Zeit sich mit dem Leben eines anderen nicht zu beschäftigen. Ein Mann der immer nur in seiner Arbeit aufgeht kann nicht erwarten, dass er dann wenn er krank ist rund um die Uhr auf die Pflege seiner Frau usw. angewiesen sein kann. Dazu fällt mir ein, dass wir eben präphylaktisch denken sollen indem wir uns auch um uns selber kümmern müssen insofern, dass wir unsere Geister und Körper nicht bis zur totalen Erschöpfung ausbeuten (lassen) bis das System endgültig zusammenbricht und wir nur noch dahinsiechen. Geht nicht.

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