Es geht darum Fähigkeiten zu entwickeln?

Gedanken zu Frigga Haugs Vortrag: "Teilzeit für alle"  über die Abwertung der Teilzeitarbeit. Also es wird durch die Digitalisierung und Technik immer weniger Arbeit geben, logisch. Auch wenn die ganzen schweren körperlichen Arbeiten immer mehr in den Süden "verlagert" werden, da es dort ja immer noch die billigsten Arbeitskräfte geben wird irgendwann wird die Digitalisierung und die ganzen modernsten technischen Wunder auch im Süden ankommen und dann haben die auch keine Arbeit mehr. Na wie traurig. Frigga Haug sagt da in dem Vortrag vom 22. 6.2016, dass dann die Menschheit endlich Zeit hätte sich um sich selber zu kümmern, also um die Fähigkeiten die in jedem einzelnen schlummern, dem Bedürfnis nach Bildung, Beziehungspflege, Freundschaftspflege, Zeit schenken können mal endlich wieder ernst genommen werden können.

D.h. gerade diejenigen die in diesen achtstunden Jobs drinnen sind, hätten ja dazu keine Zeit. Die hätten keine Zeit für die Familie, für die Kinder, die da aufwachsen um die sie sich nie kümmern konnten und deren Entwicklung sie leider verpassen mussten, da sie gerade nie zu hause waren, usw.

Mensch sein dazu gehören nun mal Beziehungen, die man pflegen muss und will. Immer heisst es nur: ich habe keine Zeit und Zeit wird zur Mangelware. Menschen reden nicht mehr miteinander, auch wenn sie nebeneinander wohnen und leben und schicken sich nur noch kryptische sms um sich aus zu tauschen um jedes Reden zu ersetzen.

Was mir dazu einfällt, ja das stimmt. Auf der einen Seite die totale Vereinsamung der Menschen. Keiner redet mehr mit den Kindern, die werden abends vor den Fernseher gesetzt und tagsüber sind sie in Schulen oder sonstwo. Keiner hat mehr Zeit sich mit den Kindern, Freunden usw. zu beschäftigen. Aber auch die ganzen Singlewohnungen. Die sitzen in ihren kleinen Wohnungen, die sie sich leisten können und viel Spass haben die ja auch nicht, wenn sie abends erschöpft nach hause kommen in diese Singlewohnungen wo keiner auf sie wartet nicht mal eine Katze, die man sich da noch halten könnte eventuell.

Und dieses exzessive sms schreiben. Das fällt mir auf, die schreiben immer nur irgendwelche sms Texte wozu? Die haben schon verlernt einem anderen mal zu zu hören aber schreiben fleissig weiter, ohne dass sie merken, dass ihnen was fehlt. Zuhören können? Dialoge führen? Diese Verkümmerungserscheinungen der menschlichen Fähigkeiten sind mir letzthin stark aufgefallen. Und ja ich kapier es nicht. Die schreiben sich ständig irgendwelche sms Texte können aber wenn sie sich gegenüber sitzen nicht miteinander reden? Also so mit zuhören geistiger Verarbeitung der Dinge die man hört um angemessen zu reagieren, den Prozess des Zuhörens Nachdenkens und Reagierens den beobachte ich nur noch selten. Sicher da gibts die beste Freundin mit der tauscht man sich aus, aber diese eindeutigen Solidargemeinschaften, oder Interessensgemeinschaften, naja. Wo immer nur das gemeinsame Interesse im Vordergrund steht? Sehr traurig.

Ja finde ich gut, die Idee der Frigga Haug mal die Teilzeitarbeit als positive Lösung für die immer weniger werdende Arbeit an zu sehen. Dann teilt man sich halt die Arbeit mit anderen wo beide was davon haben. Wie gesagt man hat dann mehr Zeit für Weiterbildende Massnahmen neue Freundeskreise zu erkunden um seine neuen Interessen und Neigungen nachgehen zu können neue Freunde, Familie und andere oderman kann sich auch um einen Garten kümmern um ein gewisses Mass an Eigenversorgung zu ermöglichen.

Da die neoliberalen Strömungen, die ja jede Menschlichkeit abschaffen möchte immer aggressiver vorgeht und es da leider keine Lobby für die Menschen gibt, die sie vertreten könnte um ihre Interessen durch zu setzen wird das sowieso immer wichtiger, dass sich Menschen anfangen zu organisieren und untereinander aus zu tauschen, um dem etwas entgegen zu setzen. Das sehe ich auch so. Und ja die Zeit um sich zu organisieren und auf Treffen zu gehen um sich dort schlau zu machen, dazu gehören nun mal die kommunikativen Fähigkeiten des Menschen um sich gemeinsam für gute Ziele ein zu setzen, ja dazu benötigt es auch Zeit. Die Arbeitszeitverkürzung kann also auch sinnvoll genutzt werden, indem diese frei werdenden Potentiale zum Aufbau sozialer Netze egal wo ein zu setzen.

Ich frage mich jedoch immer noch warum schreiben die Jugendlichen so viele sms? und e- mails, was hat das Ganze für einen Sinn? so als wollten sie sich selber erschaffen durch einen Text den sie an jemand anderen schreiben, so nach dem Motto ich schreibe sms also bin ich? Irgendwie logisch. Aber was mir auffällt, na gut, aber da fehlt ja jeder Beweis, dass sie wirklich sind. man kann sich doch nicht ständig nur selber erfinden ohne irgendwann mal seine Erfindung im Realtest laufen zu lassen, ob das alles nicht nur ein Hokuspokus war. Also diese Geschichte mit Narzissmus und so. Die narzisstische Gesellschaft erfindet sich selber und so. Also jeder erfindet sich selber in seiner eigenen oft traurigen und einsamen Phantasie, wo der Grössenwahnsinn wahrscheinlich miteingeplant wurde? Grössenwahnsinnige haben oft bedenkliche Kommunikationschwierigkeiten entwickelt. Denn um sich mit zu teilen dazu gehört nun mal die Bescheidenheit, nämlich auch anderen ihren Platz zu gönnen oder zu gewähren, etc. 

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