Der Cirkle

Heute denke ich mal über das Buch der Cirkle nach. Irgendwie habe ich nicht kapiert um was es da ging. Ich meine der Autor hat das Phänomen des gläsernen Menschen in Bildern und Worten geschildert, so nach seiner Vorstellung. Alle sagen ja dass das die grosse Gefahr wäre, dass wir berechenbar werden, weil wir aufgehört hätten selber zu denken und nur noch das denken, was wir denken sollen. Also die einseitige Medienberichterstattung, wo die PR Agenten aus dem weissen Haus uns mit ihren ausgefeilten Lügen bombardieren und wir da völlig überrumpelt immer haargenau das denken, was wir denken sollen? Naja... gläserner Mensch? Wie ich letzthin feststellte trifft das Gegenteil zu. Ich durchschaue die Menschen immer weniger, was mir immer bedenklicher vorkommt. Ich meine sicher wenn ich mir deren Geistesnahrung mal ansehen würde, also welche Filme sie im Fernsehen anschauen und vorallem welche Blockbuster die sich unreflektiert rein ziehen? naja sicher könnte ich dann Rückschlüsse auf ihr Denken ziehen. Also deren Geist ist dann das Ergebnis dieser und jener Manipulation. Naja... Also die drehen in Wirklichkeit immer alles um. Der transparente Mensch, wo man sieht was der denkt und wo man seine Bemühungen erkennt alles gedanklich zu verarbeiten, der ist doch eine Wohltat. Doch all diese manipulierten Leute, die schon längst keine Ahnung mehr haben, wie man was interpretieren könnte, und die völlig hilflos nach Interpretationsmöglichkeiten herumraten?? Das ist doch deprimierend. Ich will doch keine Lehrerin sein in der Interpretationskunst, aber irgendwie sind diese Leute, die noch Interpretationsmöglichkeiten haben irgendwie ausgestorben. Der Mensch, der nix mehr gedanklich verarbeitet, der keine Ahnung hat, wie er sich noch von diesen Einflüssen schützen kann, weil er noch selber denken kann, das ist doch traurig. Gedankenwüste. Nix Oase und so. Und dann diese ewigen Spekulationen, wo wichtige Gedanken schon gar nicht mehr erkannt werden und mit irgendeinem Gedankenschrund gleichgesetzt werden? Ich habe diese Paranoia die da in dem Buch anscheinend zu Ende gedacht wurde nicht kapiert. Sicher ok. Es geht da um die totale Kontrolle. Dass alle genau gleich denken und vorallem das was erlaubt ist, dass die halt nur noch den ganzen political Correctness Blödsinn denken. Du sollst alles teilen deine intimsten Empfindungen alles gehört immer gleich allen und wenn du was für dich behalten willst, dann schliesst du andere aus und das wäre dann egoistisch. Also wird so die Selbstreflexion verhindert. Denn jeder der mal Abstand braucht und mal ein paar Dinge auf sich wirken lässt, der findet dann auch eigene Gedanken zu der Sache. Und die wollen immer nur die Geber spielen. Die Bewegung nach innen die Innenschau soll abgeschafft werden? (die Nophretete die hat ein Auge, das nach aussen gerichtet ist und eines das nach innen gerichtet ist, als Zeichen dass beide Denkbewegungen sich gegenseitig ergänzen. Aussenschau und Innenschau. Und in dem Buch wird also die Innenschau verhindert?

Also so wie die Frage und was bedeutet das nun für mich für mein Leben? Z.B. merken wir oft nicht mehr, was uns gut tut, wenn wir diese Innenschau mal vergessen? Ach was ich kapier das Thema nicht. Also die Privatsphäre soll abgeschafft werden? wir sollen uns immer beobachtet fühlen und reagieren mit der Zeit nur noch wie gewünscht, weil wir vor diesem allsehenden Auge bestehen müssen und nicht nach unseren inneren Überzeugungen handeln?

Na sicher ist das ein totalitäres Regime, das da durchgesetzt wurde. Ich kann mich an die Bilder aus Nordkorea erinnern. Ich glaube, jeder der diese Reportage gesehen hat, wo da ein paar völlig normale US amerikanische Studenten da auf Erkundungsreise nach Nordkorea gemacht haben, der wird diese Bilder nie mehr aus seinem Gedächtnis löschen können.

Allein diese mit weissen Röckchen im Gras sitzenden Mädchen, die im Gras nach was essbarem gesucht haben??? Das war derart ekelhaft, das wollte man nicht sehen. Oder wie da eine zahnlose Oma ganz stolz dem Führer dankbar ihren Reisvorrat gezeigt hat, wo sie immer und immer wieder betonte wie stolz sie auf unseren Führer sei, weil sie nun immer Reis essen können und nie mehr Hunger leiden müssen. Die essen tag aus tag ein immer nur Reis. Man sah wie die da die ärgste Schwerarbeit verrichten mussten, die schleppten alles mögliche auf ihren Buckeln von A nach B, denn Traktoren usw. gab es nicht. Und die vielen Arbeiter die alle zu Fuss unterwegs waren, und weite Entfernungen da jeden Tag gehen mussten, da es keine Autos gab, die sie mitnehmen hätten können.

Ich dachte mir zuerst nur: na ich habe es mir schlimmer vor gestellt, so schlecht geht es denen eh nicht, doch es war zu viel einstudiert. Da waren immer um die selbe Zeit so Tänze an einem Platz, wo sie Tänze des Glücks für ihren Führer tanzten. Und alle sagten immer den selben Blödsinn in die Kamera, wie stolz sie auf ihren Führer sind, der hoffentlich ein langes und glückliches Leben führen werde usw. Nein die Trostlosigkeit, das war es, das Wetter war auch immer so grau es gab keine Farben. Alles war grau. Und die Menschen konnten alle ihren einstudierten Text vorsagen, wo es immer nur um egal welches Lob ging, wie sehr sie ihren Führer aus ganzem und tiefsten Herzen lieben würden usw. Also die hatten rund um die Uhr Angst, dass jemand sie verpetzen würde, wenn sie sich einen Moment gehen liessen und ihre Sorgenfalten sichtbar werden oder ihr Leid und dass das ein Spitzel dann den Ordnungshütern sagen würde. Es soll ja in Nordkorea immer noch KZ geben. Konzentrationslager, wo die Menschen, die sich nicht unterwerfen wollten eingesperrt werden und dort die ärgsten Zwangs- Arbeit machen müssten.

Allein das? das man weiss, wie hart da das einfache ungebildete Volk leben muss und wie wird dann erst diese Zwangsarbeit aussehen? Und was kriegen die dort dann zu essen, wenn schon alle anderen im Gras kauernd nach was essbarem suchen???

Was essen die dann in den Konzentrationslagern? Oh mein Gott, keiner will das wissen und das war es was mir Angst gemacht hat, der Gedanke: keiner will das wissen, was die dort essen müssen.

Und vorallem selbst wenn wir es wüssten dann würden wir das nie mehr verkraften. Und der Gedanke macht einem Angst.

Ich wollte nur sagen gut der Gedanke der totalen Überwachung wo die Guten Demokraten alles überwachen und wo es um die Menschenrechte geht, wo alle eine gute Arbeit haben sollen und gutes und wohlschmeckendes Essen wichtig ist, mein Gott, wo ist da ein Problem. Solange die alle im Wohlstand da eine Gerechtigkeitsdenken egal wo umsetzen wollen? So schlimm fand ich dem seine Utopie nicht.

Schlimm wirds nur, wenn die alle das selbe denken sollen und diese Gedanken von oben kommen und keine Selbstreflexion mehr erlaubt ist. Und wenn die oberen nicht die Guten sind. Dann wirds zum Problem. Denn in so einem totalitärem System wo alles überwacht und aufgezeichnet wird, wird dann jeder Widerstand gegen die Oberen leicht im Keim erstickt. Aber solange die Oberen die Guten sind?

mir ist noch was aufgefallen. Das Wort der Cirkle ist merkwürdig. Warum sagt er nicht entweder "der Zirkel" oder "The Circle". Also das ist eine Mischung zwischen Deutsch und Englisch. Warum? Das war sicher kein Zufall, das habe ich schon ein mal gehört, dass da nun so halb Englisch halb Deutsche neue Wörter kreiert werden, was bedeutet das? Es hat mich an ein gewisses Schulenglisch erinnert, wo Schüler einfach dauernd die Sprachen mischen eben Deutsch und Englisch, weil sie kein Gefühl für die englische Sprache entwickeln konnten. Z.B. it  was awful oder aber sehr awful also wo man heraushört, die kann kein Englisch. So als ob die englische Sprache eine Machtsprache ist und nur dann eingesetzt wird, wenn man etwas Fremdes ausdrücken will, was einem nicht nachvollziehbar ist. Also wurde schon mal die englische Sprache stigmatisiert und nun haben wir ein Problem Englisch zu lernen, weil wir diese unaufgearbeiteten Traumatas die in dieser Sprache möglich sind erspüren?

Weil wenn wir englische Texte lesen müssen wir das in einer Sprache lesen, die nur von Machtdiktatoren benutzt wird? Ich zumindest lerne auch kein Englisch mein Englisch ist elendig schlecht, und ich spreche es aber immer wenn ich mit Flüchtlingen rede, wo mir zumindest klar wird, wie schlecht ich Englisch kann. Wobei mein Englisch jedoch zehn mal besser ist, als das Englisch der Flüchtlinge und ich mich denen gegenüber nicht unterlegen fühle. Während ich auch sonst keine englischen Nachrichten hören kann, warum wohl? Oder der Autor hat das deswegen gemacht um uns zu sagen, dass wir Europäer zu engstirnig sind und mal durch die englische Sprache unseren Horizont erweitern könnten? Dass wir uns endlich mal mit dem englischsprachigen Raum auseinander setzen sollten. Also das wir alle ein kleinbürgerliches Provinzdenken hätten?

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